CoRE-NRW - Connecting Research
            on Extremism in North Rhine-Westphalia
            Netzwerk für Extremismusforschung
            in Nordrhein-Westfalen

Der „typische“ extremistische Gewalttäter ist jung, männlich und sozial desintegriert, im Falle des gewaltbereiten Salafisten kommt das Attribut muslimisch hinzu. Frauen und Mädchen spielen in der extremistisch-salafistischen Szene auf den ersten Blick nur eine untergeordnete Rolle. 2018 waren lediglich 12 Prozent der bekannten Anhängerinnen laut des Bundesamts für Verfassungsschutz weiblich. Auch auf rechtsextremistischen Aufmärschen sind Frauen in der Minderheit. ...
Sowohl der Salafismus als auch der Rechtsextremismus zeichnen sich durch ein Frauenbild aus, in dem die Frau in fast jeder Hinsicht dem Mann nachgeordnet ist. Dennoch entfalten beide Ideologien durchaus Anziehungskraft auf junge Mädchen und Frauen.
Ungeachtet ihres archaischen Frauenbildes, erscheint die salafistische Szene vielen Frauen womöglich attraktiv, weil Männer und Frauen darin gleichermaßen einem repressiven Wertesystem unterworfen sind. Dadurch unterscheidet sich die Szene von den traditionellen patriarchalischen Familienstrukturen, die aus Sicht vieler junger Frauen einseitig auf weibliche Konformität bestehen, Männern hingegen alle Freiheiten lassen. Salafistische Gemeinschaften mögen vor diesem Hintergrund als das „gerechtere“ Modell erscheinen. Sie bieten ein klar definiertes Sozialsystem, in dem jedes Mitglied die ihm oder ihr zugedachte Rolle erfüllt und dafür entsprechende Anerkennung erfährt. Wie weit dieses Anziehungsmoment auf junge Frauen auch nach Einstieg in die Szene trägt und wie es sich verändert, bleibt noch eine offene Forschungsfrage.
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    Publikationen

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